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Vortrag "Das Andenken verlängern. Was Grabsteine von jüdischen Lebensgeschichten erzählen"

Vortragsreihe "Geschichte ist mehr ...", eine Kooperation des Stadtarchivs mit dem FARB, der Volkshochschule Borken sowie dem Borkener Heimatverein, startet wieder am Mittwoch, den 18. September

"Auf Ewigkeit angelegt. Das Grab für alle Zeiten Eigentum des Toten", so hat die Schriftstellerin Barbara Bronnen ein Grundprinzip jüdischer Begräbniskultur beschrieben. Das gilt auch für die beiden Friedhöfe, die die jüdischen Gemeinden Borken und Gemen bis zu ihrer Zerstörung während der Herrschaft der Nationalsozialisten besessen, genutzt und gepflegt haben. Das älteste erhaltene Grab ist in Borken rund 125 Jahre alt und zählt zu den Grabstätten einer Generation, die bereits das 19. Jahrhundert weitgehend durchlebt hat. So wurde Salomon Windmüller 1816 geboren, Esther Hirsch und Philippine Braunstein kamen 1819 zur Welt. Zu den meisten der gut 90 Borkener und Gemener Grabsteine können Lebensgeschichten erzählt werden, die auch die fortschreitende Integration der jüdischen Gemeinden in das kommunale Leben greifbar machen.

Der Theologe und Pädagoge Walter Schiffer (Borken) hat die erhalten gebliebenen hebräischen Inschriften mittlerweile sorgfältig dokumentiert und ins Deutsche übersetzt. Weiß man die formelhafte Sprache zu interpretieren, so gewinnt man interessante Aufschlüsse über die Persönlichkeit der Verstorbenen. Vertiefende Informationen zu ausgewählten Lebens- und Familiengeschichten tragen Mechtild Schöneberg (Arbeitskreis jüdische Geschichte in Borken und Gemen) und Dr. Norbert Fasse (Stadtarchiv Borken) bei.

 

Dozenten:Walter Schiffer, MA, M.Th., Mechtild Schöneberg
Datum:Mittwoch, 18.09.2019, 19.30 Uhr bis 21 Uhr
OrtVHS-Forum, Heidener Straße 88
Entgelt:6 €

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